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Beginn einer Ära

Vorwort

 

Dies ist ein privates, aber öffentliches Schreibprojekt.

Um das Romanschreiben als solches zum Teil kennenzulernen und auch um das Arbeiten mit Word noch ein wenig zu verinnerlichen,
schreibe ich im Moment „Beginn einer Ära“. Sollte jemandem ein besserer Name einfallen, zögert bitte nicht, ihn mir mitzuteilen.

Ich danke allen Testlesern, wozu DU im Moment vermutlich auch zählst.

 

Prolog

Die Hyperion war ein stolzes Schiff. Sie war 342 Meter lang, besaß 216 Mann Besatzung und verfügte über respektable Feuerkraft. 
Das Schiff der Terranischen Allianz war auf den Kampf gegen Jäger, Bomber und Korvetten ausgelegt. Doch auch wenn die Anzahl 
der Geschütze, die Größe und Länge des Schiffes sowie dessen Besatzung ausschlaggebend für dessen Kampfkraft sind, machen 
diese ein Schiff nicht stolz. Es ist die Moral der Besatzung, ihre Motivation, für ihre Landsleute in den Kampf zu ziehen und ihre Heimat 
zu verteidigen, die ein stolzes Schiff ausmachen. Das Problem der Hyperion ist, das in diesem Moment nicht eine Person Befehle 
ausführt, Befehle gibt, oder auch nur atmet.

Auch ist die Hyperion nicht mehr 342 Meter lang. Vor 14 Jahren wurde sie von mehreren Salven imperialer Raketen mittschiffs getroffen 
und dadurch in zwei Teile zerrissen. Während der Bug über die Jahre abgedriftet ist und in der Atmosphäre des damals noch umkämpften 
Planeten verglüht ist, trieb das Heck ab. Auf die gigantischen Distanzen zwischen den Galaxien betrachtet, hatte sie so gut wie keinen Weg 
zurückgelegt, doch da der Hauptantrieb noch einen guten Tag bei maximaler Kraft weiter beschleunigt hatte, trieb sie mit einer relativ hohen 
Geschwindigkeit von 0,005 Licht durch das All.

 

Bei einer Geschwindigkeit von 1500 Kilometern pro Sekunde trieb sie an Asteroidenfeldern, aufgegebenen Kolonien der Menschheit und 
auch dem einen oder anderen Kommunikationsknotenpunkt vorbei. Der Zentralrechner der Hyperion lief die gesamte Reise über, da dieser 
lediglich Strom, Kühlung und einer Aufgabe bedurfte. Strom lieferte der Fusionskern im Herzen des Hecks des Schiffes und die Aufgabe war 
simpel: Hilfe ersuchen und auf Antwort warten.

Da diese Aufgabe vergleichsweise einfach war, bedurfte der Rechenkern nur geringfügiger Kühlung.

Das Problem der Hyperion ist jedoch, dass sie nicht für lange Intergalaktische Flüge konzipiert worden war, sondern lediglich im Sinne der 
Verteidigung des Sektors, der ihre Heimatbasis dargestellt hatte.

 

Nach 14 Jahren waren die Brennstoffvorräte des Reaktors so gut wie aufgebraucht. Bald würde die heiße Fusion im inneren des Reaktors 
außer Kontrolle geraten, da das Gemisch aus Deuterium und Tritium nicht mehr dem benötigten Verhältnis entsprechen würde. Das würde 
den Reaktor entweder durchbrennen lassen, was aufgrund der Schwerelosigkeit das gesamte Schiffsheck auslöschen würde, oder dazu 
führen, dass sich ein explosives Gasgemisch im Reaktorinneren ansammelt, was das Heck sprengen würde, sobald der Reaktor versuchen 
würde, die Fusion von neuem zu starten.

Die Hyperion war also dabei, auch den letzten Funken Leben zu verlieren, der noch in ihr steckte.

 

Bei der Hyperion handelte es sich jedoch um ein modifiziertes Ausbildungsschiff. Modifiziert in dem Sinne, dass anstatt der Rettungskapseln 
lediglich eine gewisse Anzahl Cryo-Kapseln in einem gepanzerten Abteil an Bord des Schiffes eingebaut waren.

Diese waren und sind auch jetzt noch zu einem gewissen Teil gefüllt. Nicht alle Besatzungsmitglieder waren während der Schlacht um Stratos-IV 
um ihr Leben gekommen. Aber auch nicht alle, die es in eine der Kapseln geschafft hatten, haben dies überlebt. 14 Jahre sind eine lange Zeit für 
Cryo-Kapseln, welche nur für eine kurze, temporäre Nutzung von 1-2 Monaten ausgelegt sind.

Bei einigen waren nach 3-4 Jahren die Platinen durchgebrannt, bei anderen sind die Chips und Leitungen durch Neutronensterne beschädigt 
worden und haben kurz darauf ihren Dienst eingestellt, doch 41 Kapseln funktionieren auch jetzt noch und erhalten ihre Insassen in einem 
künstlichen Tiefschlaf, der tiefer ist als jedes Koma. Und genau in diesem Moment ist das schlecht.


Denn die Hyperion war nun, nach 14 Jahren Reise, wieder in der Nähe eines bewohnten Planeten der Terranischen Allianz. Würde man aus 
einem Fenster sehen, würde man in etwa 800000 Kilometern Entfernung einen erdähnlichen Planeten sehen. Zwar glich dieser Planet eher 
einer Matschkugel mit grünen Flecken, in welchen wiederum blaue Punkte waren, doch gerade dieses trostlose Erscheinungsbild hatte diesen 
Planeten vor einem Angriff durch das nepharische Imperium bewahrt.

 


 

Kapitel 1

Doch die Hyperion hat im Moment ein ganz anderes Problem. Der Tritiumtank ist leer. Tritium, auch bekannt als Schweres Wasser, ist eigentlich ein 
Wasserstoffatom, welches zwei Neutronen mehr besitzt. Im Reaktorinneren wird es mit Deuterium, welches nur ein Neutron mehr besitzt, fusioniert, 
wobei Helium und gewaltige Mengen Energie entstehen – oder besser, entstanden. 
Innerhalb weniger Sekunden fallen die verbliebenen Konsolen
us, die Magnetfelder, welche das Fusionsplasma halten sollen versagen und das Restplasma verteilt sich in der Reaktionskammer. 
Das positive an 
Fusionsreaktoren ist allerdings, dass sobald sie ausgehen, sie ungefährlich werden. 
Unfusioniertes Grundmaterial kann sich nicht ohne Plasma 
erhitzen und ohne Grundmaterial kann kein Plasma entstehen. Daher kühlen die verbliebenen Plasmareste schneller ab, als sie sich durch den 
Schutzmantel hätten schmelzen können. 
Ohne Strom stirbt auch der Zentralrechner. Im einen Moment sendet er noch das Hilfssignal, im nächsten 
nicht mehr. Die Funkanlage, das Radar, die verbliebene Lebenserhaltung, alles geht aus und wird inaktiv. Nach nicht einmal 2 Sekunden ist ein Schiff, 
welches 14 Jahre durch das All trieb und seinen letzten Auftrag durchgeführt hat, gestorben. 

Doch in dem Moment, in dem das Schiff stirbt, setzt das Sicherheitssystem der Cryo-Kapseln ein und weckt einige ausgewählte Offiziere auf. Auch wenn 
keine Energieversorgung mehr vorhanden ist, müssen die Kapseln in der Lage sein, die Nutzer aufzutauen. Sollte der Strom im Laufe einer langen Reise 
ausfallen, so würde sonst die gesamte Besatzung sterben. 
Also ließ man nach kurzer Erprobungszeit ein Sicherheitssystem installieren, welches die 
zuständigen Offiziere, also den Kapitän, den ersten Offizier, den Waffenleitoffizier, den technischen Offizier, den Navigator, den Bordarzt und den 
Sicherheitsoffizier, aufweckt und auf den aktuellen Stand der Dinge bringt. Das hat sich in der Vergangenheit mehrmals als lebensnotwendig erwiesen 
und rettet auch diesmal kostbare Sekunden.

 Allerdings  befinden sich in den 41 funktionstüchtigen Kapseln außer dem technischen Offizier und dem Navigator nur Rekruten, die nur wenig 
Diensterfahrung haben. Also werden auch nur der  technische Offizier und der Navigator geweckt. Auch das ist im Moment lebensnotwendig. 

Denn vor inzwischen 20 Sekunden ist der Strom ausgefallen und damit nicht nur das Licht und alle Bedienelemente sondern auch die Lebenserhaltung. 
Umso weniger Leute atmen, umso länger reicht der vorhandene Sauerstoff zum Atmen.

"Oh, genial. En qué clase de..."
"Verdammt, Pablo, sprich eine Sprache, die ich auch verstehe!"
"Rogers? Wo sind wir? Warum ist es dunkel?"
"Der Reaktor ist ausgefallen und wir sitzen jetzt so lange im Dunkeln, bis du ihn wieder an bekommst. Hast du vor dem Einfrieren die Laus wieder nicht genommen?“

 

Die Laus oder auch Integrierte Human-kompatible Computerschnittstelle ist eine Art Chip, die man sich vor dem Einfrieren in eine Cryo-Kapsel hinter eines der 
Ohrläppchen setzt. Sie ermöglicht den Austausch von Informationen von der Cryo-Kapsel und dem Gehirn des Nutzers. Da der Körper die IHCs jedoch abstößt,
juckt die betreffende Stelle beim Auftauen des Nutzers. Da es außerdem leichter zu merken, geschweige denn auszusprechen ist, setzte sich schon nach kurzer 
Zeit der inoffizielle Name „Laus“ durch.

„Ich habe dir extra noch gesagt, dass du sie nehmen sollst, du Idiot.“

Nachdem die beiden ihre Arbeitsoveralls übergeworfen hatten machten sie sich daran, herauszufinden wie man aus ihrer Situation das Beste herausholen konnte. 
Bei einer hohen Geschwindigkeit, ohne Energieversorgung und ohne Brennstoffvorräte waren ihre Optionen allerdings arg beschränkt.

„Diese verdammten Neps. Die haben unser schönes Schiff ganz schön zugerichtet. Pablo, geh zur Notkonsole, sie verfügt über einen Generator. Wir müssen wissen 
wo wir sind und vor allem ob wir die 
Hyperion wieder flott bekommen.“
„Bin schon lange dabei.“

Pablo Rodriguez ist ungefähr einen Meter fünfundachtzig groß, durchtrainiert und trug einen Schnauzer auf den selbst Hunde neidisch sein konnten. Er ist kein Mensch
großer Worte oder gar ein Theoretiker, aber wenn es darum geht, eine Mark-III Triebwerkseinheit zu reparieren oder ein Schott aufzuschweißen, ist er der Mann für den Job.

„Das war aber nicht schon wieder eine deiner fixen Ideen, oder Rogers?“

Roger Smith, der von allen nur Rogers genannt wird, seines Zeichens Navigator der Hyperion, ist das genaue Gegenteil von Pablo Rodriguez. Mit einem Meter und 63 
Zentimetern geht er Pablo gerade einmal bis zu den Schultern, ist etwas kräftiger Gebaut aber wenig athletisch. Dafür versteht er sich bestens darauf, einen Weg durch 
ein Asteroidenfeld zu finden, während er gegnerischen Schüssen ausweichen muss. Auch ist er ein leidenschaftlicher Erfinder, obwohl seine Erfindungen meistens nur 
dazu dienen, das Licht in 80% des Schiffes auszuschalten, weshalb er auch mit Pablo schon mehrere „Meinungsverschiedenheiten“ bezüglich der Zweckmäßigkeit 
seiner „fixen Ideen“ hatte.

„Nein, ich habe damit nichts zu tun. Hättest du die Laus genommen, wüsstest du bereits wieder, was los war. Viel Spaß beim Erinnern.“
„Hah. Lustig. Dafür muss ich mir nicht in einer halben Stunde die Hand fest tackern, damit ich mir nicht das Ohr abkratze.“
„Wer weiß, ob ich das so überhaupt noch erlebe. Was macht die Konsole, Pablo?“
„Hat genug Strom in ein paar Sekunden. Du kommst besser schon mal rüber, ich weiß nicht, wie lange die Konsole nach dem Aufladen laufen wird.“

Nachdem Roger aus seinem Splint zwei Leuchtröhren geholt hat, gesellt er sich zu Pablo, welcher schon angestrengt die Daten ausliest, die ihm angezeigt werden.

„Oh Mann. So viel zum Kapitän und den anderen. Sie waren alle im vorderen Teil des Schiffes, als es auseinandergebrochen ist.“
„Auseinandergebrochen? Mist. Da hatten wir ja mal gehörig Pech. Wie viel Zeit ist vergangen? Acht Monate oder ein Jahr? Was ist mit Stratos-IV passiert?“
„Verdammt, Rogers, ich weiß, du hattest da Familie, aber konzentriere dich mal auf das hier und jetzt! Wir gurken seit 14 Jahren durch das Universum und keiner hat uns 
gerettet! Die wissen nicht einmal, dass wir noch hier sind.“

„...Du hast Recht. Eins nach dem anderen. Wenn ich das hier richtig verstehe, sind wir nahe an einem bewohnten Planeten. Haben wir noch eine Reserve um ihn zu erreichen?“
„Tritium ist alle und Deuterium ist runter auf 2%. Nichts zu machen. Wir haben Glück, dass die Systeme des Schiffes nicht alle schon tot waren, lange bevor wir aufgeweckt wurden, 
aber außer du weißt einen Weg ohne Energie ein Triebwerk zu betreiben, sehe ich hier keinen Funken Hoffnung, deine Matschkugel zu erreichen.“

„Ich werde nie wieder auf einem Schiff mit einem Panzerabteil arbeiten. Wird man eben vom Gegner gefangengenommen, stirbt man wenigstens nicht den Kälte- oder Erstickungstod.“
„Das nicht, aber auf Folter habe ICH keine große Lust. Dann doch lieber treiben im All in einer gepanzerten Schale.“
„Ich kenne tatsächlich einen.“
„Einen was?“
„Einen Weg, ein Objekt im Weltraum ohne Strom zu bewegen.“

Da Pablo Rogers nur schief ansah, als hätte dieser einen schlechten Witz erzählt, widmete sich dieser wieder der Konsole, um durchzurechnen, ob seine Idee funktionieren würde. 
Nach einigen Sekunden sah er Pablo wieder an und grinste über das gesamte Gesicht.

„Wir müssen die Entlüftung für die Heliumtanks 3 und 5 manuell öffnen und nach 35 Sekunden die Tanks 9 und 10. Das entweichende Helium wird uns in Richtung des Planeten treiben lassen.“
„Das hat seit gut 150 Jahren niemand mehr gemacht. Bist du noch ganz bei Trost?“
„Der Computer sagt, es kann funktionieren, aber wir müssen uns beeilen!“

Pablo besah sich die Berechnungen, verstand zwar nichts, aber es sah aus, als hätte sich Rogers das ganze gut überlegt. Die beiden Offiziere der terranischen Flotte glichen ihre 
Uhren ab, wünschten sich viel Glück und machten sich auf, die Ventile zu öffnen.

 

Kapitel 2

Kurz nach der Entdeckung der komerziellen Kernfusion folgte die Erkenntnis, dass sich diese Art der Energiegewinnung hervorragend für die bemannte Raumfahrt eignen würde, 
sollte man in der Lage sein, die Reaktoren zum einen mit ausreichend Deuterium und Tritium zu versorgen und die Spulen zum einen leichter als auch stabiler zu machen. Denn 
die bestehenden Spulen leisteten zwar das was sie sollten, nämlich das Fusionsplasma in der Fusionskammer zu halten, waren aber für einen Transport in den Orbit zu schwer, 
was darin resultierte, dass man mehr Transporte pro Schiff benötigte. Die Spulen waren auch zu unflexibel, um auf einem Schiff sicher eingesetzt zu werden. sollte eine der Spulen 
brechen, so würde das Fusionsplasma die Schutzkammer verlassen können und damit eine Gefahr für das gesamte Schiff darstellen. Dies resultierte in Schutzplatten, die rund um 
den Reaktor herum eingebaut werden mussten, um die Besatzung zu schützen. Auch diese wogen viel zu viel, als dass dieses Konzept umsetzbar gewesen wäre. nach langen 
Jahren der Entwicklung entstanden schließlich Supraleiter, welche als Massenware herstellbar waren. Problematisch an diesen war jedoch, dass sie eine separate Kühlleistung 
benötigten. Doch auch dafür fand man zeitnah eine Lösung. Bei der Fusion von Deuterium und Tritium entsteht der bewährte Kühlstoff Stickstoff, welcher natürlich noch gekühlt werden 
musste.

Um den Stickstoff herunterzukühlen, bediente man sich zwei simplen Dingen:
Zunächst benötigt man für lange Reisen ein gutes Klimasystem, welches zum einen die Wärmestrahlung naher Sonnen als auch die Abwesenheit dieser ausgleichen konnte. Zudem 
benötigt der Mensch sowohl Sauerstoff als auch Stickstoff, um atmen zu können.
Zum anderen benötigen Raumschiffe Strom. Waren die Fusionsreaktoren in der Lage, hohe Mengen Energie zu liefern, so war es doch vorteilhaft in vielerlei Hinsicht, wenn man das 
volle Potential nicht ausschöpfen musste, sondern einen gewissen Teil der Energie aus einer Turbine zu bekommen, welche mit Dampf aus einem separaten Kreislauf betrieben wurde, 
welcher wiederum den Stickstoff heruntergekühlt hatte.
Der heruntergekühlte Stickstoff war aber noch immer einige hundert Grad heiß, was dazu führen würde, dass dieser nicht gut kühlen würde. Also wurde er zunächst als Heizelement in 
der Bordküche verwendet, bevor er in den Sanitären Anlagen das Wasser auf angenehme Temperatur brachte. Anschließend wurde bei Bedarf durch einen weiteren Wärmetauscher die 
Restenergie aus dem Stickstoff entzogen und der Heizanlage zugeführt.

Der heruntergekühlte Stickstoff wurde danach in großen Tanks gelagert, welche innerhalb des Rumpfes direkt an der Hülle dafür sorgten, dass die Hitze naher Sterne abgefangen werden
konnte. Über ein Zirkulationssystem wurden die Tanks regelmäßig mit der gegenüberliegenden Seite ausgetauscht, was zu einer Hitzeabstrahlung auf der Abgewandten Seite führte. Auch 
wurde dabei der heiße Stickstoff noch durch die Wärmetauscher mit den Turbinen geleitet, was wieder Strom erzeugte sowie den Stickstoff etwas kühlte.

Doch all dies geschah auf der Hyperion seit langen Jahren nicht mehr. Die Turbinen waren durch den Beschuss und die auftretenden Kräfte zerstört, die Wasserkreisläufe waren an vielen 
Stellen geborsten, auf vielen Decks war die Aussenatmosphäre eingedrungen und fast alle Heliumtanks waren Leck geschlagen und der Inhalt langsam ausgetreten. Nur wenige Tanks hatten 
noch einen Inhalt, welcher im Normalfall vor einem Kampf abgelassen würde.
Waren die Tanks erst einmal leer, so dauerte es eine Weile, bis sie sich wieder gefüllt hätten. Diese Zeit hatte das Schiff zwar, aber nicht alle Tanks waren dicht, oder gar vorhanden. Dies führte 
zur Schließung einiger Ventile, welche zwar ein ungewolltes Austreten des Heliums verhinderten, aber auch nicht absolut dicht waren, was dazu führte, dass das produzierte Helium zum einen 
in die Tanks gelangte, aber nicht die kritischen Werte erreicht wurden, die die Besatzung eigentlich in so einem Fall aufwecken sollten. Als Folge daraus trieb die Besatzung 14 Jahre in der Hyperion
herum, welche, langsam aber sicher, ihre Vorräte an Deuterium und Tritium verbraucht hat. Die Hyperion besaß ursprünglich 10 Heliumtanks, jedoch waren 5 davon mit dem vorderen Teil des 
Schiffes abgedriftet, einer nicht dicht und 2 nicht ganz gefüllt.

Als Pablo den ersten Tank erreicht hatte, besah er sich vor Ort die Konsole. Sie war inaktiv, besaß aber auch keinen Generator. Er versuchte ohne Erfolg Rogers zu erreichen. Auch das interne 
Kom-System lief ohne Strom natürlich nicht. Er lief die 102 Meter zur Konsole von Tank 5, nur um einen unter der Konsole verschwundenen Roger Smith vorzufinden, der offensichtlich wieder 
eine fixe Idee hatte und anscheinend schon am umsetzen war.

„Rogers!“
„…“
Pablo reagierte allergisch, wenn man ihn ignorierte, rief nochmals den Namen seines Kameraden und trat diesen mit unbeabsichtigter Kraft gegen den Fuß. Dieser bekam nun endlich mit, dass 
Pablo direkt neben ihm stand und kam unter der Konsole hervor.

„Ich denke mal, du willst mir mitteilen, dass bei dir die Konsole auch nicht über einen Generator verfügt und wir daher ein Problem haben. Daraufhin werde ich dir sagen, dass das nur momentan 
ein Problem darstellt, weil in meiner Konsole ein Kurzschluss die Sicherung des Notstromsystems ausgelöst hat, welchen ich bereits gefunden habe und momentan beheben sollte, da uns sonst 
bald die Luft ausgeht!“
„Ich wollte eigentlich nur…“
„Kann es 2 Minuten warten?“
„Ja…“

Und damit war Rogers für eineinhalb Minuten unter der Konsole verschwunden.
Als er wieder darunter hervorkam, lächelte er schief.

„Notstrom sollte laufen, sobald wir die Sicherung wieder reinmachen.“
„Tolle Neuigkeiten. Ich regele das mit dem Notstrom, du überleg dir mal, wie wir auf den
Planeten kommen, so ganz ohne Rettungskapseln.“
„Interessantes Problem…“

Pablo lief den Weg zum Generator, ohne diesen überhaupt mitzubekommen. Unter normalen Umständen hasste er es diesen Weg zu gehen, da er genau wie der Rest des Schiffes, eintönig war. 
Täglich um fünf Uhr dreißig war Dienstbeginn, die fünf Minuten früher da zu sein, um von seinem Vorgänger eingewiesen zu werden, waren zwar Pablos Idee gewesen, doch irgendwann begann 
er, sich selbst dafür zu hassen, da er fünf Minuten schlaf dafür aufgab.
Auch hasste er nach gut 2 Jahren Dienstzeit die immer gleiche Silhouette der Stahlträger auf beiden Seiten des Schiffes. Kurz vor dem Kampf hatte er sich selbst einmal dabei erwischt, sich einen 
Kampf herbeizuwünschen, welche die Schiffstruktur beschädigen würde, nur damit die Formen der Stahlträger sich endlich etwas ändern würde. Doch auf dem Weg zum Generator bekam Pablo 
weder mit, dass die immer gleichen Stahlträger auf beiden Seiten des Ganges verzogen waren, noch, dass die künstliche Schwerkraft schwächer wurde, bis er mit dem Kopf fast gegen die Stahlträger 
an der Decke kam. Die restlichen fünfzehn Meter
bewegte er sich fluchend an den Stahlträgern entlang auf den Notstromgenerator zu.

Pablo fuhr den Notstromgenerator hoch, nur um entgeistert mitzubekommen, wie dieser nach gerade einmal 10 Sekunden stotternd wieder ausging. Wütend trat Pablo gegen die Metallverkleidung 
und startete den Generator von neuem. Diesmal blieb der Generator auch nach der Lastspitze stabil, weshalb sich Pablo auf den Rückweg zu Rogers begab.

Kategorie: John Doe | Hinzugefügt von: John_Doe (2014-07-16)
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